Hullerser Tor 4 37574 Einbeck Tel: 05561/9493-50 Fax: 05561/9493-99 info@bbs-einbeck.de

EUROPA, wir kommen!

Angehende Heilerziehungspfleger/-innen der BBS Einbeck berichten über Praktikum in Polen

Sechs Schülerinnen und Schüler der Klasse 2 der Fachschule Heilerziehungspflege (HEP2) an den Berufsbildenden Schulen Einbeck haben erstmalig ein vierwöchiges Pflege-Praktikum in Czluchow in Polen durchgeführt. Das EU-Programm Erasmus-plus hat sie unterstützt. Nun berichteten sie im voll besetzten Forum der BBS Einbeck vor Mitschülerinnen und Mitschülern und Lehrkräften.
„Erasmus+" ist ein EU-Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport, das entsprechende Projekte unterstützt. Förderung der internationalen Dimension, Teilnahme am europäischen Arbeitsmarkt, Steigerung der Attraktivität der beruflichen Ausbildung sind einige der Ziele des Erasmusplus-Programms.

Ende Oktober ging es los: Zusammen mit ihren Lehrkräften Sabine Wolter-Fricke und Kai Sperling flogen sie von Hannover nach Danzig, um dann nach Czluchow weiterzureisen, berichtete Meghann Päselt. Drei Tage blieben die Lehrkräfte vor Ort, dann waren die Fachschüler/-innen ohne polnische Sprachkenntnisse auf sich allein gestellt. Einzelheiten zur Ankunft und herzlichen Aufnahme in der `Bursa` erzählte Maria Ebel. Danuta Kania, die sehr gut Deutsch spricht, Lehrerin in polnischen Pflegeklassen ist und bereits mehrfach im Rahmen der Schüleraustausche in Einbeck an der BBS war, stand allen stets hilfsbereit und freundlich beinahe rund um die Uhr an der Seite. Robin Justrie informierte über das Quartier. Die `Bursa` ist in etwa einem Internat bzw. einer Jugendherberge gleichzusetzen, wo die polnischen Schülerinnen und Schüler während ihrer Schulzeit wohnen und verpflegt werden. Zu dem Gelände gehören zwei `Berufsschulen` und eine ziemlich neue Sportschule. Daher staunten die deutschen Gäste nicht schlecht über die hervorragenden Sportstätten vom Fitnessraum, Hallenbad, Tennisplatz bis hin zu verschiedenen Sporthallen. In der Bursa traf man auch auf Schülergruppen aus Tschechien, Russland und der Ukraine. Zur erlebten polnischen Kultur konnte Alexandros Krügeler berichten, beispielsweise vom typisch polnischen Essen mit viel Fleisch und Rote-Beete-Suppe, von der Stadt Czluchow mit ihrer Burganlage, von Rauchverboten, Ausgang nach 22.00 Uhr und der idyllischen Seenlandschaft. Ein Besuch der historischen Altstadt von Danzig und des Ostseebads Sopot, mit moderner Flaniermeile, die direkt zum weißen Sandstrand mit einer langen Seebrücke führt, beeindruckten sie sehr. Aber man war ja für ein Pflegepraktikum nach Polen gefahren. Zum Arbeitsalltag in einem Pflegeheim und in einem Hospiz informierte Katharina Wartmann. Insbesondere der Einsatz im Hospiz stellte eine große Herausforderung an die Fachschüler/-innen dar. In Deutschland sind Praktika im Hospiz nicht möglich. Und hier musste man sich ohne gemeinsame Sprache durchbeißen und verständigen - mit dem Personal wie mit den Bewohnern und Patienten. Mit Händen und Füßen, ganz viel Gestik und Zeichensprache, mit gutem Willen und Einfühlungsvermögen und ab und zu mit ein paar Brocken Englisch wurde diese Hürde mehr oder weniger gemeistert. „Irgendwie hat die Kommunikation funktioniert.", waren sich alle Sechs einig. Ein „Mini-Sprachkurs" vorab in der BBS Einbeck ermöglichte zumindest allen ein höfliches Guten Tag, Danke, Bitte usw. auf Polnisch. Geleitet wurde er von Monika Hartmann aus Czluchow, die im Landkreis Northeim lebt und für diesen bei allen polnisch-deutschen Austauschen als Dolmetscherin zur Verfügung steht und zurzeit an den BBS Einbeck in den Sprachförderklassen eingesetzt ist. Da das Auslandspraktikum im Rahmen der Ausbildung stattfand, mussten alle sechs Fachschüler/-innen auch Nachweise erbringen. Anstelle der zuhause geforderten Pflegeplanung galt es Aufgaben zu erfüllen wie beispielsweise die Ausarbeitung von Unterschieden von Hospiz in beiden Ländern oder das Schreiben eines Tagebuches. Sehr emotionale und empathische Textstellen las Ina Thierfelder vor. Sie berichtete auch vom Abschied mit Einbecker Geschenken, die die jungen deutschen Gästen mit polnischen Grußworten überreichten. Wie man gekommen war, erfolgte dann auch die Rückreise über Danzig und Hannover.

Gemeinsam mit ihren Lehrkräften Sabine Wolter-Fricke und Kai Sperling erhielten Maria Ebel, Ina Thierfelder, Meghann Päselt, Katharina Wartmann, Alexandros Krügeler und Robin Justrie in einer Feierstunde mit Landrätin Astrid Klinkert-Kittel in der BBS1 in Northeim ihre EUROPA-PÄSSE (siehe Foto), die das vierwöchige Pflege-Praktikum in Polen dokumentieren und zugleich Qualifikationen und Kompetenzen europaweit verständlich und transparent darstellen. Mit dem EUROPA-PASS können u. a. Bewerbungen um einen späteren Arbeitsplatz aufgewertet werden.

Die Europäisierung bzw. Internationalisierung der Ausbildung an der BBS Einbeck soll unbedingt weitergeführt werden, so die Intension von Frauke Heidemann als Teamleiterin der Fachschule Heilerziehungspflege. Ein zweites Pflege-Praktikum acht Schülerinnen und Schüler der neuen HEP-2-Klasse in Czluchow ist demnach aufgrund der gelungenen Premiere bereits für September 2016 geplant.

zurück