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Miteinander Leben - wichtiges Begegnungsprojekt von Sprachförderschülern der BBS Einbeck und Senioren in der Deinerlinde

Elf Seniorinnen und Senioren des Alten- und Pflegeheims Deinerlinde und elf junge Flüchtlinge, die in der SPRINT-Sprachförderklasse unterrichtet werden, der jüngste ist 15 Jahre alt und ohne Eltern und Geschwister, fremd und allein in unserem Land, sowie Mitarbeitende des Begleitenden Dienstes des Altenheims treffen sich alle zwei Wochen in der Deinerlinde.
Das Konzept dieses Begegnungsprojektes "Miteinander Lernen" ist es, Freude zu empfinden beim gemeinsamen Tun und gleichzeitig voneinander zu lernen. Vor allem die Flüchtlinge wollen etwas von den Bewohnerinnen und Bewohnern lernen, nämlich deutsche Worte. "Ich liebe sie, ich liebe er!" - "Nein, das heißt in dem Fall: Ich liebe ihn!", wird eine Schülerin aus Syrien von einer Seniorin korrigiert. „Gibt es etwas schöneres, als zu lernen, seiner Liebe in allen Sprachen Ausdruck zu geben?", so Lehrerin Imke Possner, die gemeinsam mit dem Altenheimseelsorger der Deinerlinde, Volker Lemke, das Projekt begleitet.
Auch das gemeinsame Singen von Volksliedern und deutschen Schlagern während der Treffen dient dem Erlernen der Sprache. Neben gemeinsamen Ausfahrten im Rollstuhl in die Stadt oder Spielen gehört zudem das Kochen und miteinander Essen zum Programm. Die zugewanderten Schülerinnen und Schüler werden dabei von einer 94-jährigen Bewohnerin angeleitet, die mit ihnen zusammen das gemeinsame Mittagessen kocht und zugleich küchenpraktischen Sprachunterricht erteilt. Die Schülerinnen und Schüler wollten den Senioren Gutes tun, übten mit Imke Possner eine wohltuende Handmassage ein, die von den Bewohnerinnen sehr genossen wurde.
Was für Berufe die Seniorinnen und Senioren hatten und welche die Flüchtlinge zukünftig ergreifen wollten, wurde an einem der Vormittage einander vorgestellt. Ein Drittel der jungen Flüchtlinge wollen Polizisten oder Richter werden. Ein Bedürfnis danach, diese Welt sicherer und gerechter zu machen, lässt sich daraus ablesen und erahnen welche Erfahrungen von Unsicherheit, Gewalt und Unrecht diesem Wunsch der jungen Menschen zu Grunde liegen, so interpretiert Volker Lemke diese Wünsche.
Bis zu den Sommerferien soll das Projekt noch fortgeführt werden, wird aber schon jetzt von allen Beteiligten als Erfolg betrachtet und von den Senioren der Deinerlinde nicht zuletzt auch deshalb so engagiert betrieben, weil sie selber oftmals noch eigene Erfahrungen als Flüchtlinge erinnern.

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