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BBS Einbeck als Veranstaltungsort für persepktivreiches Forum zum betrieblichen Übergangsmanagement für junge Flüchtlinge im Landkreis Northeim

Mit einer „Visuellen Integrationsroute" ist es den Organisatoren des ersten Forums zum betrieblichen Übergangsmanagement für junge Flüchtlinge aus den Sprachförderklassen
der drei Berufsbildenden Schulen im Landkreis anschaulich gelungen, den Ist-Stand aufzuzeigen und Menschen und Einrichtungen, die unterstützen können, für eine Mitarbeit zu motivieren. Die rund 60 Gäste in den Räumen der BBS Einbeck zeigten sich dankbar für diese Initiative der Berufsschulen. Die Teilnehmer haben viel Neues, Konkretes und Fakten erfahren und seien sensibilisiert für die vielfältigen `Baustellen` auf dieser Route. Der Netzwerkgedanke stellte sich für alle Anwesenden als absolut wichtig und sinnvoll heraus und soll nun ausgebaut werden. Als erfreuliches Ergebnis hat sich bereits an diesem Nachmittag die Arbeitsgruppe gebildet mit einem Treffen zur baldigen Umsetzung der Zielsetzung der Veranstaltung. Am Forum nahmen Vertreter der Betriebe, des Landkreises, des Kompetenzteams Migration der Arbeitsagentur, Vertreter aus Diakonie, Kammern und Verbänden, von Bleiberechts-netzwerken wie `Fairbleib`, der Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen (BIGS) und Alltagshelfern teil.

„Aus der `Bedürftigkeit` heraus ist die Idee dieses Forums entstanden", informierte Kathrin Düvel, als Verantwortliche für die Sprachförderklassen an den BBS Einbeck. Die erste Sprachförderklasse (SFÖ) existiert an den BBS Einbeck bereits seit September 2015. Drei weitere SFÖ-Klassen, insgesamt 77 Schülerinnen und Schüler, werden zurzeit vor Ort betreut und es liegt eine lange Bewerberliste für weitere SFÖ-Klassen vor. Auch an den BBS 1 und 2 in Northeim werden in vier Klassen junge Flüchtlinge betreut. `Baustellen` zeigten sich während der Fahrt und es stelle sich nach der ersten Verweildauer in den Schulen die Frage, wie es weitergehen könne. Der Wunsch nach Integration in den Regelunterricht und vor allem in Arbeits- und Berufsfelder werde deutlich. Betriebe würden als Stationen auf einer Integrationsroute erforderlich. Dass eine große Herausforderung da sei und dass man sie erkannt habe, stellte auch Renatus Döring, Schulleiter der BBS Einbeck, heraus. Mit diesem ersten Forum sei die Herausforderung klarer und kleiner geworden. Denn als ein erfreuliches Ergebnis sei deutlich geworden, dass alle Anwesenden Lust an der Herausforderung hätten und daran diese anzugehen.

Aktuellste Informationen zum Sprach- und Integrations-Projekt (SPRINT) gab es von Volker Barckmann aus der Landesschulbehörde Regionalabteilung Braunschwei . Er gab abschließend zu bedenken, dass im Oktober 2015 SPRINT kaum bzw. nicht bekannt gewesen sei und nun, im April 2016, landesweit quasi eine `eigene Berufsschule` mit 2000 Schülerinnen und Schülern und 300 beteiligten Lehrkräften existiere. Anke Koch, Teamleiterin des Kompetenzteams Migration der Arbeitsagentur, informierte in ihrem Impulsreferat insbesondere über Fördermöglichkeiten und Perspektiven junger Flüchtlinge. Man werde sich der Verantwortung und Arbeit stellen.

Neben der visuellen Integrationsroute auf drei Stellwänden, die Anja Linneweber, Schulsozialarbeiterin an den BBS Einbeck, maßgeblich gestaltet hatte, wurde das `Speed-Dating` zu wichtigen „Halte- und Baustellen" auf dieser Route als besonders effektiv gelobt und sehr gut angenommen. An vier Stationen, zu denen im 15-Minuten-Rhythmus gewechselt wurde, gab es Informatives von Experten zur jeweiligen Thematik, es entstanden intensive Gespräche, Ideen wurden entwickelt.
Birgit Weymar (BBS 1 Northeim) referierte zunächst ausführlich über die Situation in den Sprachförderklassen hinsichtlich ihres beruflichen Potenzials und wies anschließend in diese Methode ein. Isabel Ilsemann (BBS 2 Northeim) präsentierte stationsweise die Ergebnisse und stellte deutlich die bereits vorhandenen Lösungen bzw. Probleme hinsichtlich des beruflichen Übergangs dar. Vertreten waren an Station 1: Pro-Aktiv-Center (Anika Föllmer) und Schulsozialarbeit (Sabine Möhle), an Station 2: Arbeitsagentur (Anke Koch) und Jobcenter (Axel Pfeiffer), an Station 3: Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen (Dr. Nathalie Hefele) und Fairbleib (Bernadette Tusch) und an Station 4: Handwerkskammer und Industrie- und Handelskammer (Joachim Grube und Sina Stahl).

Zu Wort kamen außerdem Abdul Hanifi als Flüchtling und Andreas Oppermann, der kurzfristig für den Schüler der ersten Einbecker SFÖ-Klasse in seiner Bandweberei in Einbeck ein Praktikum ermöglichte. In den Einbecker Flüchtlingsklassen entstand auch das Bild im Stil eines Friedensreich Hundertwassers, das Landrätin Klinkert-Kittel für ihr neues Büro überreicht wurde, die zu Beginn ein Grußwort an das Forum gerichtet und zugleich ihre erste Begegnung im neuen Amt mit den drei Berufsbildenden Schulen hatte, daher diese Willkommensgeste.

Zum Abschluss stellte Anja Linneweber aus Sicht der drei Berufsschulen noch einmal heraus, dass man auf der bisherigen „Integrationsroute" mit vielen schon vorhandenen Kooperationspartnern bereits effektiv zusammengearbeitet und weitere gewonnen habe. Der Netzwerkgedanke sei der richtige Weg. Kathrin Düvel zeigte sich erfreut, dass mit dieser Veranstaltung ein guter Anfang gemacht sei und teilte mit, dass man zu einem zweiten Forum wieder einladen werde mit der Fragestellung, wo man nach einem Jahr stehe.

In seiner Danksagung verwies auch Renatus Döring auf den Netzwerkgedanken und stellte als ein Fazit dieses ersten Forums zum betrieblichen Übergangsmanagements für junge Flüchtlinge heraus, dass es nun neue konkrete „Baustellen" auf der Integrationsroute gebe, aber auch erste Tipps, Ideen und Lösungsvorschläge. Er sprach seinen Dank aus an alle Gäste für ihr Kommen und für die engagierte Mitarbeit und vor allem Birgit Weymar, Isabel Ilsemann, Anja Linneweber und Kathrin Düvel, die die Veranstaltung zusammen geplant und so gut realisiert haben. Sein Dank ging auch an die Klasse 1 der Berufsfachschule Pflegeassistenz mit Lehrerin Regina Wiedenbrügge für das Catering, an die Protokollantinnen aus dem Sekretariat der BBS Einbeck und an alle unterstützenden Hände.
Fazit aller: Das erste Forum zum betrieblichen Übergang war ein Erfolg und vor allem notwendig, um gemeinsam für die jungen Flüchtlinge im Landkreis Northeim berufliche Perspektiven zu schaffen.

(Katharina Ermoneit)

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