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The Wilde Shamrock Touring Theatre gastiert zum dritten Mal an den BBS Einbeck

Englischer Theaterabend mit „An American Dream“, irischer Kultur und Diskussionsrunde

Bereits zum dritten Mal konnten über 200 Englischinteressierte im Forum der BBS Einbeck einen mehrstündigen unterhaltsamen und vielseitigen Theaterabend erleben. Die schulübergreifende Veranstaltung wurde vom Englischteam der BBS Einbeck in Kooperation mit der KVHS Northeim durchgeführt. Das Wilde Shamrock Touring Theatre aus Dublin, Irland, ist auch in diesem Jahr mit zwei Schauspielergruppen in der Schweiz, in Dänemark und in Deutschland auf Tournee.

Schulleiter Renatus Döring und Dr. Philipp Löser, Leiter des Englischteams der BBS Einbeck, hießen die Schülerinnen und Schüler und weiteren Gäste herzlich willkommen und führten mit Stefanie Turano von der KVHS Northeim in den Theaterabend ein.
Die gut ausgebildeten und charismatischen Schauspieler unter der Leitung von Vincent Moran boten wieder eine lebendige Show mit den drei Teilen: „An American Dream", „Ireland" und „Post-Show Discussion". Und der 13. Jahrgang an den BBS Einbeck bot in den Pausen in bereits gewohnter Weise Verpflegung und Getränke an.

Der erste Teil der Veranstaltung stand unter dem Motto "An American Dream". Ein leicht paranoider und dabei etwas schießwütiger Vier-Sterne-General meinte zwar immer mit breitem Südstaatenakzent: "All history is bunk" ("Geschichte ist Quatsch"), kam aber doch nicht umhin, sich der Auseinandersetzung mit Indianerrechten, mexikanischen Immigranten oder der Bedeutung der Statue of Liberty zu stellen. Ein ums andere Mal forderten ihn mehr oder weniger bekannte Figuren aus der Geschichte Amerikas im Dialog zur Reflexion heraus. In amüsanten Spielszenen wurden so revueartig Einblicke in die Herausforderungen gegeben, denen sich amerikanische Ureinwohner, farbige Sklaven, ausgewanderte Iren oder arbeitssuchende Mexikaner über die Jahrhunderte in den USA gegenüber sahen. Artig gesungen wurde auch - etwa "The Star-Spangled Banner" -, so dass bei aller Sozialkritik die Verbeugung vor Größe und Tatkraft der USA nicht ausblieb.

Im zweiten Teil ging es in bewährter Form um irische Kultur und - er darf an einem Abend in englischer Sprache nie fehlen! - um Shakespeare. In drei Minuten wurde "Romeo und Julia" auf die Bühne gebracht - vollständig! Das Publikum johlte. Eine Einführung in den irischen Steptanz mit Aufstehen und Ausprobieren für alle stellte so manchen vor Probleme. Besser ging da schon das Mitsingen und Mitklatschen beim irischen Song vom "German Clockwinder", der ironisch als völkerverbindendes Element anmoderiert wurde, tatsächlich aber neben zupackender Musik vor allem Anzüglichkeiten und eine leicht verballhornte Version des Schuhplattlerns zu bieten hatte. Auch Parodie und Travestie bildeten an diesem Abend das Publikum. Dazu kamen viele gescheite Kommentare des Theaterleiters Vincent Moran, die den Zuschauern Irland und die englische Sprache auf unterhaltsame Weise nahe brachten.

Nicht oft haben die Theaterleute Gelegenheit zu einem Plausch mit den Zuschauern. Das liegt daran, dass die "Post-Show Discussion" aus Zeitgründen häufig nicht eigens gebucht wird. In Einbeck hat diese Diskussion aber schon Tradition, und es macht immer Spaß, im kleineren Kreis direkt an der Bühne Fragen zu stellen oder den Geschichten der Schauspieler zu lauschen. So wurde beispielsweise nachgefragt, ob Irland gegenwärtig auch viele Flüchtlinge aufnehmen würde, oder die Schauspieler erzählten, was ihnen an Deutschland besonders einprägsam und wichtig sei, nämlich Berlin, München und natürlich Morans deutsche Frau.

Kurz nach 22 Uhr ging dann ein unterhaltsamer und vielseitiger Theaterabend zu Ende.

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