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Qualifizierten Einstieg in Pflegeberufe erleichtern

Start am 9. Januar für Aufbaukurs Pflegeassistenz | Förderung | Zwei Module, dann Fortsetzung über Berufsschule

Bei einem neuen Angebot arbeiten die Berufsbildenden Schulen Einbeck, das Diakonische Bildungszentrum für Gesundheits- und Sozialberufe in Alfeld und die Agentur für Arbeit Northeim jetzt zusammen: »Einstieg in Pflegeberufe« beziehungsweise »Pflegeassistenz/Aufbaukurs«. Die Teilnahme, die unter bestimmten Bedingungen von der Agentur für Arbeit gefördert wird, ist besonders interessant für Wieder- oder Quereinsteiger und für Arbeitslose, die damit eine Qualifikation erwerben können, die ihnen günstige Beschäftigungsaussichten eröffnet.
Ein solches landkreisübergreifendes Angebot zwischen freien und öffentlichen Bildungsträgern sei in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich, erläuterte Renatus, Döring, Schulleiter der BBS. Aber die Not in der Pflege sei groß, und man gehe davon aus, dass alle Beteiligten von diesem Modell profitieren könnten - eine Win-Win-Win-Situation.
Die Schule wolle Bildungsangebote nicht nur für Erstkräfte, sondern auch für Wiedereinsteiger machen, an die bisher noch nicht so oft gedacht wurde, ergänzten die stellvertretende Schulleiterin Dörte Kirst-Bode und die Abteilungsleiterin Sozialpädagogik, Pflege und Hauswirtschaft, Kathrin Düvel. Da es sich hier um ein zertifiziertes Angebot handele, seien sie optimistisch, dass es gut angenommen werde.
Geeignet ist der Kurs für Frauen und Männer beispielsweise nach Familien- oder Erwerbspausen, also gerade auch für ältere Interessierte. Mitzubringen ist der Hauptschulabschluss, Bildungsgutscheine können anerkannt werden, außerdem ist Pflegeerfahrung gefragt. Für den Einstieg in den Pflegebereich ist üblicherweise der Realschulabschluss notwendig; dass man hier auch mit Hauptschulabschluss einsteigen und so eine Qualifikation erlangen könne, sei schon etwas Besonderes, so Helgard Feldbinder vom Diakonischen Bildungszentrum.
Am 9. Januar beginnt das erste Modul »Betreuungskraft in Pflegeheimen«. Hier sind innerhalb von zwei Monaten zwei Praktika und zwei Unterrichtsblöcke vorgesehen. Modul 2 »Helfer/in in der Pflege« schließt sich direkt ab dem 5. März an. Dabei sind ebenfalls Unterrichts- und Praktikumseinheiten vorgesehen. Am Ende steht am 12. Juni eine Kenntnisstandsprüfung mit einem Abschluss. Für alle Teilnehmer an den Modulen gibt es Zertifikate. Wer erfolgreich teilgenommen hat, kann im Anschluss eine Ausbildung in der Berufsfachschule Pflegeassistenz absolvieren und diese sogar verkürzen. Vor diesem Hintergrund ist auch die Förderung durch die Arbeitsagentur möglich. Die Aussichten, berichten Maik Gronemann-Habenicht, Leiter der Geschäftsstelle Northeim der Bundesagentur für Arbeit, und Axel Pfeiffer, zuständig für Markt und Integration beziehungsweise Arbeitsvermittlung, seien damit sehr gut. In Alfeld wurden schon gute Erfahrungen gesammelt, man hoffe, dass das auch auf den Landkreis Northeim überschwappen werde. Die Praxis zeige, so Helgard Feldbinder, dass diese Fachkräfte gefragt seien: Arbeitgeber hätten lieber Mitarbeiter mit diesen Abschlüssen als Ungelernte, und Qualität in der Pflege lasse sich nur halten, wenn die Mitarbeiter qualifiziert seien. Das gelte für Einrichtungen und für ambulante Pflegedienste.
Innerhalb von zwei Jahren lasse sich so ein Abschluss als Fachkraft Pflegeassistenz erwerben - erforderlich dafür ist der Vorbereitungskurs. Alle Beteiligten sind vom Erfolg dieses Modells überzeugt. Die Arbeitsagentur will bei passenden Kunden dafür werben. Wer mitmachen und sich den Anforderungen stellen möchte beziehungsweise wer die entsprechende Eignung mitbringt, sollte auch eine Chance dazu erhalten. Altenpflege sei eine Mangelberuf, so Maik Gronemann-Habenicht, man sei heilfroh über jeden, der einstigen wolle, wenngleich dies keine »Massenmaßnahme« sein werde. Die Förderung durch die Agentur umfasst die Gebühren für die Vorbereitungskurse, die Fahrtkosten, eventuelle Aufwendungen für Kinderbetreuung, und das Arbeitslosengeld wird in dieser Zeit weiter gezahlt. »Man muss sich nur trauen«, so die Vertreter der Arbeitsagentur.
Fragen dazu beantworten die Agentur für Arbeit Northeim ebenso wie die Berufsbildenden Schulen in Einbeck/Kathrin Düvel.

Mit einem neuen Angebot zum Einstieg in die Pflegeassistenz gehen Berufsbildende Schulen Einbeck, Agentur für Arbeit und Diakonisches Bildungszentrum Alfeld gemeinsam an den Start. Dafür geworben haben (von links) Renatus Döring, Maik Gronemann-Habenicht, Axel Pfeiffer, Helgard Feldbinder, Kathrin Düvel, Sven Schilling und Dörte Kirst-Bode. Foto: Kondziella 

(Quelle: Einbecker Morgenpost)

 

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